Zukunft des Einkaufserlebnisses: Wie der stationäre Schweizer Schuhhandel durch die Kaufmuster der Generation Z zur Relevanz zu rückfindet.

Zukunft des Einkaufserlebnisses:   Wie der stationäre Schweizer Schuhhandel durch  die Kaufmuster der Generation Z zur Relevanz zu rückfindet.
Junger Konsument der Gen Z im Schuhgeschäft, Quelle 20 Minuten

Kontext

Die Generation Z nutzt Schweizer Schuhgeschäfte heute oft als reine Testzone, um die Haptik und Passform von Schuhen vor Ort zu prüfen, kauft dann aber über das Smartphone beim günstigeren Online-Handel ein. Um diese Kundschaft im Geschäft zu halten, müssen Händler auf exklusive Services setzen, die es online nicht gibt. Dazu gehören direkte Zusatzleistungen wie eine Vor-Ort-Imprägnierung, einfache Reparaturgarantien oder ein Recycling-Bonus für alte Schuhe. Auch nützliche digitale Werkzeuge – wie ein Self-Checkout oder Tablets, mit denen fehlende Grössen direkt nach Hause bestellt werden können – sind bei der jungen Zielgruppe sehr beliebt. Das wichtigste Werkzeug bleibt jedoch eine ehrliche, freundliche Beratung ohne Kaufdruck. Fühlt sich die Generation Z im Geschäft ernst genommen, kauft sie auch dort, weil der nette persönliche Kontakt ein moralisches schlechtes Gewissen beim Verlassen des Ladens hinterlässt.

Ziel/Aufgabe

Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, dem Schweizer Schuhhandel konkrete Lösungen zu bieten, um den massiven Druck durch den Online-Handel und billige Plattformen wie Temu abzufedern. Die zentrale Aufgabe bestand darin, das Kaufverhalten der jungen Generation Z genau zu analysieren und herauszufinden, welche Anreize sie am Point of Sale wirklich zum Kauf bewegen. Das Ergebnis ist ein praxisnaher Leitfaden, der zeigt, wie das Verkaufspersonal vor Ort das Smartphone vom Feind zum Verbündeten machen kann, um eine zukunftsfähige Kundenbrücke zwischen der digitalen und der physischen Einkaufswelt zu schlagen.

Methode

Um verlässliche Daten zu sammeln, wurde ein quantitatives Forschungsdesign in Form einer Online-Umfrage gewählt, da dieses digitale Medium perfekt zur internetaffinen Generation Z passt. Insgesamt haben 121 Teilnehmende der Geburtsjahre 1997 bis 2010 aus der Deutschschweiz den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Die Befragung kombinierte standardisierte Fragen auf einer 5-stufigen Likert-Skala mit praktischen Kaufszenarien, um die genaue Preissensitivität der Zielgruppe zu ermitteln. Ergänzend gaben offene Textfragen wertvolle qualitative Einblicke in die persönlichen Wünsche und die Zukunftsvisionen der jungen Kundschaft. Die statistische Auswertung und die anschliessende Prüfung der vier zentralen Hypothesen wurden mit der Statistiksoftware SPSS durchgeführt.

Ergebnisse

Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Generation Z Geschäfte vor allem aufsucht, um die Haptik und Passform der Schuhe direkt zu prüfen und so Fehlkäufe oder mühsame Retouren zu vermeiden. Die klassische Fachberatung ist für sie dabei Nebensache. Gleichzeitig ist die Zielgruppe extrem preissensitiv: Ab einer Online-Ersparnis von exakt 20 CHF wandert die Mehrheit ins Internet ab. Allerdings lassen sich knapp 70 % der Wechselwilligen durch spürbare Mehrwerte im Geschäft halten, besonders durch eine direkte Vor-Ort-Reparaturgarantie, kostenlose Imprägnierung oder einen Recycling-Bonus für alte Schuhe. Bei der Technologie schätzt die Generation Z vor allem funktionale Tools wie Self-Checkout oder Tablets zur schnellen Nachbestellung fehlender Grössen, während reine Social-Media-Dekorationen im Geschäft komplett abgelehnt werden.