Studienerfolg und Studienalltag von First-Generation-Studierenden an Schweizer Fachhochschulen

Diese Bachelorarbeit untersucht, wie First-Generation-Studierende an der Berner Fachhochschule ihr Studium erleben und welche Faktoren ihren subjektiv wahrgenommenen Studienerfolg beeinflussen. Im Zentrum stehen Herausforderungen, Ressourcen, Zugehörigkeit und Unterstützungsbedarfe im Studienalltag.

Studienerfolg und Studienalltag von First-Generation-Studierenden an Schweizer Fachhochschulen

Kurzbeschrieb

In meiner Bachelorarbeit habe ich untersucht, wie First-Generation-Studierende an der Berner Fachhochschule ihr Studium erleben und welche Faktoren ihren subjektiv wahrgenommenen Studienerfolg beeinflussen. Im Fokus standen nicht Noten oder Abschlussquoten, sondern persönliche Erfahrungen, Herausforderungen, Ressourcen, Zugehörigkeit und Unterstützungsbedarfe im Studienalltag.

Haupttext für den Showroom

First-Generation-Studierende sind Studierende, deren Eltern keinen Hochschulabschluss besitzen. An Schweizer Fachhochschulen macht diese Gruppe einen grossen Anteil der Studierenden aus. Trotzdem wird oft wenig sichtbar, wie sie ihr Studium konkret erleben, welche Herausforderungen im Alltag auftreten und welche Unterstützung tatsächlich hilfreich ist.

Meine Bachelorarbeit widmet sich deshalb der Frage, wie First-Generation-Studierende an der Berner Fachhochschule ihr Studium wahrnehmen und welche Faktoren ihren subjektiv empfundenen Studienerfolg beeinflussen. Dabei ging es bewusst nicht darum, Studienerfolg nur über Noten, ECTS-Punkte oder Abschlüsse zu verstehen. Vielmehr standen die persönlichen Deutungen der Studierenden im Zentrum: Was bedeutet es für sie, erfolgreich zu studieren? Welche Rolle spielen Familie, Mitstudierende, Dozierende, Selbstorganisation und das Gefühl, an der Hochschule dazuzugehören?

Methodisch basiert die Arbeit auf acht leitfadengestützten Interviews mit Studierenden und ehemaligen Studierenden aus verschiedenen Bereichen der BFH. Die Interviews wurden transkribiert und mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Dadurch konnten wiederkehrende Muster, Unterschiede und zentrale Unterstützungsbedarfe herausgearbeitet werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Familie für viele Befragte eine wichtige emotionale und motivationale Ressource ist. Gleichzeitig fehlt im familiären Umfeld häufig hochschulbezogenes Erfahrungswissen, etwa zu Studienorganisation, wissenschaftlichem Arbeiten oder akademischen Anforderungen. Diese Lücke wird oft durch andere Ressourcen ausgeglichen, insbesondere durch Mitstudierende, Freund:innen, Dozierende oder Mentor:innen. Besonders wichtig sind soziale Netzwerke, verständliche Informationen, niederschwellige Ansprechpersonen und qualitativ gutes Feedback.

Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist, dass First-Generation-Studierende nicht primär über Defizite beschrieben werden sollten. Viele bringen Eigeninitiative, Durchhaltevermögen und eigene Strategien mit. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass Unterstützungsangebote sichtbarer, verständlicher und wiederholt kommuniziert werden sollten. Peer-Mentoring, Orientierung über den Studienbeginn hinaus und ein stärkeres Bewusstsein für unterschiedliche Ausgangsbedingungen können dazu beitragen, Studienerfolg breiter und gerechter zu fördern.

Die Arbeit liefert damit praxisnahe Hinweise für Hochschulen, insbesondere für die BFH. Sie zeigt, dass Studienerfolg nicht nur eine Frage individueller Leistung ist, sondern auch davon abhängt, ob Studierende Orientierung, Zugehörigkeit und passende Unterstützung erfahren.