Psychologische Einflussfaktoren auf die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz

Psychologische Einflussfaktoren auf die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz
Quelle: Eigene Darstellung (KI-generiert)

Eine quantitative Studie individueller, organisationaler und gesellschaftlicher Ebenen

Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen Organisationen bereits Teil des Arbeitsalltags – etwa zur Entscheidungsunterstützung, Prozessautomatisierung oder Risikobewertung. Dennoch bleibt der tatsächliche Nutzen solcher Systeme häufig hinter den Erwartungen zurück. Weniger technische Limitationen, sondern vielmehr psychologische Barrieren auf Seiten der Mitarbeitenden verhindern eine konsequente Nutzung.

Vor diesem Hintergrund untersucht diese Bachelorarbeit, unter welchen Bedingungen KI im organisationalen Kontext akzeptiert wird. Der Fokus liegt dabei bewusst nicht auf der technischen Leistungsfähigkeit von KI, sondern auf den subjektiven Wahrnehmungen, Einstellungen und sozialen Rahmenbedingungen, die ihre Nutzung fördern oder hemmen.

Zielsetzung & Forschungsfrage

Ziel der Arbeit ist es, psychologische Einflussfaktoren auf die Akzeptanz von KI systematisch zu analysieren und deren Bedeutung auf drei Ebenen zu vergleichen:

  • Individuelle Ebene (z. B. Vertrauen, Algorithmus-Aversion, Bedrohungswahrnehmung)
  • Organisationale Ebene (z. B. strategische Einbettung, Unterstützung, Kommunikation)
  • Gesellschaftliche Ebene (z. B. soziale Normen, institutionelles Vertrauen, Regulierung)

Zentrale Forschungsfrage ist, welche dieser Ebenen den stärksten Einfluss auf die Nutzungsabsicht von KI-Systemen in Organisationen hat. Dazu wurde ein integriertes theoretisches Rahmenmodell mit insgesamt neun psychologischen Einflussfaktoren entwickelt und empirisch überprüft.

Methodik

Die empirische Untersuchung basiert auf einer quantitativen Online-Befragung von 101 erwerbstätigen Personen aus verschiedenen Branchen in der Schweiz.

  • Erhebungsmethode: standardisierter Online-Fragebogen
  • Datenanalyse: Deskriptive Statistiken, Reliabilitätsanalysen, Korrelationsanalysen, Hierarchische Regressionsanalysen
  • Ergänzend: qualitative Auswertung offener Antworten zur inhaltlichen Vertiefung der statistischen Ergebnisse

Dieses Vorgehen ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der relativen Bedeutung einzelner Einflussfaktoren und Ebenen.

Zentrale Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie zeichnen ein klares Bild: Vertrauen in KI erweist sich als der stärkste Prädiktor für die Nutzungsabsicht. Mitarbeitende sind insbesondere dann bereit, KI-Systeme einzusetzen, wenn sie diese als zuverlässig, kompetent und nachvollziehbar wahrnehmen. Neben diesem individuellen Faktor zeigen auch organisationale Einflussgrössen Wirkung, wenn auch in geringerem Ausmass. Vor allem die strategische Einbettung von KI spielt eine Rolle: KI wird häufiger akzeptiert, wenn sie als bewusst verankerte Organisationsstrategie verstanden wird und nicht lediglich als isoliertes IT-Projekt. Darüber hinaus beeinflussen soziale Normen die Nutzungsbereitschaft, da diese steigt, wenn KI im beruflichen und privaten Umfeld als normal und gesellschaftlich akzeptiert gilt. Demgegenüber zeigen Faktoren wie die wahrgenommene Bedrohung durch KI, organisationale Unterstützung oder regulatorische Sicherheit keinen direkten Einfluss auf die tatsächliche Nutzung. Sie entfalten ihre Wirkung vielmehr indirekt, indem sie das Vertrauen in KI stärken oder schwächen. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass die erfolgreiche Einführung von KI weniger eine technische Herausforderung darstellt, sondern in erster Linie eine psychologische und organisationale Aufgabe ist.