Investmentverhalten von jungen Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren im Kanton Bern.
Kontext
Eigentumswohnung als Kapitalanlage oder ETF-Sparplan? Diese Frage stellt sich vielen jungen Erwachsenen beim Vermögensaufbau. Immobilien gelten in der Schweiz als sicheres «Betongold» — doch entspricht diese Wahrnehmung der finanziellen Realität? Die Arbeit untersucht, wie gut junge Erwachsene im Kanton Bern die tatsächliche Rendite einer Renditeimmobilie einschätzen können und welche Rolle ihr Finanzwissen dabei spielt.
Ziel und Fragestellung
Im Zentrum steht die Frage, inwieweit das Finanzwissen junger Erwachsener im Kanton Bern deren Fähigkeit beeinflusst, die Rendite einer Renditeimmobilie gegenüber einem ETF realistisch einzuschätzen. Die Vermutung dahinter: Wer über weniger Finanzwissen verfügt, überschätzt die Immobilienrendite stärker — und greift eher auf verbreitete Faustregeln zurück als auf eine sachliche Einschätzung.
Methoden
Die Arbeit kombiniert zwei Bausteine. Zuerst wurde anhand eines konkreten Modellobjekts im Raum Bern die tatsächliche Bruttorendite berechnet und einem währungsbereinigten ETF-Vergleich gegenübergestellt. Dieser objektive Referenzwert dient als Massstab. Anschliessend wurde eine standardisierte Online-Umfrage durchgeführt, bei der die Teilnehmenden ihr Finanzwissen über mehrere Wissensfragen sowie ihre persönliche Renditeeinschätzung angaben. Die Auswertung erfolgte mit anerkannten statistischen Verfahren, um den Zusammenhang zwischen Wissen und Einschätzung abzusichern.
Ergebnisse
Der Zusammenhang zwischen Finanzwissen und Renditeeinschätzung ist deutlich: Wer über mehr Finanzwissen verfügt, schätzt die Rendite realistischer ein. Personen mit geringerem Wissen überschätzen die Immobilienrendite dagegen systematisch stärker. Bemerkenswert ist, dass die Wahrnehmung von Immobilien als sichere Anlage über fast alle Wissensstufen hinweg verbreitet ist — die «Betongold»-Vorstellung wirkt also unabhängig vom tatsächlichen Wissen. Die Ergebnisse legen nahe, dass gezielte Finanzbildung helfen könnte, solche systematischen Fehleinschätzungen bei Anlageentscheidungen zu verringern und fundiertere Entscheidungen zu ermöglichen.