Der Cost-Income-Ratio-Vorsprung der AEK BANK 1826 im Peergroup-Vergleich

Der Cost-Income-Ratio-Vorsprung der AEK BANK 1826 im Peergroup-Vergleich
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1.1 Motivation

Das Cost-Income-Ratio (CIR) ist im Bankensektor eine der zentralen Finanzkennzahlen. Es vergleicht die Kostenstruktur mit der Ertragsstruktur und gibt an, wie viele Einheiten Aufwand erforderlich sind, um eine Einheit Ertrag zu generieren. Eine Reduktion des Aufwandes bedeutet ein tieferes CIR und ist grundsätzlich für jede Bank erstrebenswert, weil es bedeutet, dass die Bank ihre Erträge mit vergleichsweise geringem Aufwand erwirtschaftet. Speziell im heutigen Marktumfeld, mit wachsender Konkurrenz und immer dichterem Wettbewerb, steht bei der Auftraggeberin besonders diese Kennzahl im Fokus.

 Die Auftraggeberin ist die AEK BANK 1826 Genossenschaft (AEK Bank). Sie ist eine Regionalbank im Berner Oberland, die Dienstleistungen im Rahmen einer Universalbank anbietet und einen erheblichen Teil ihres Gewinnes im Zinsdifferenzgeschäft erwirtschaftet. Im Peervergleich der Schweizer Banken weist die AEK Bank über mehrere Jahre hinweg ein auffallend tiefes CIR auf.

 Ein niedrigeres CIR kann grundsätzlich auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: Erstens auf strukturelle Standort- oder Umfeldvorteile oder zweitens auf bankseitig steuerbare Effizienzvorteile im Sinne einer überlegenen Nutzung von Ressourcen.

 Das Problem des CIR als Kennzahl ist, dass es nicht in der Lage ist, zwischen diesen beiden Ursachen zu unterscheiden (Bikker, 1999, p. 22). Um ein Beispiel zu nennen: Eine Bank in einer wirtschaftsstarken Region, nehmen wir an eine Bank aus der Stadt Zürich, hat aufgrund der hohen Immobilienpreisen und Lohnkosten eine ganz andere Kostenstruktur als eine Bank aus einer ländlichen Gegend wie beispielsweise dem Berner Oberland.

 Für die Geschäftsleitung der AEK Bank ist die Differenzierung zwischen strukturellen Vorteilen und operativer Effizienz zentral, da ausschliesslich Letztere direkt steuerbar ist. Aktuell ist nur der Fakt bekannt, dass die AEK Bank über ein tiefes CIR verfügt; man konnte jedoch in einer oberflächlichen Analyse nicht feststellen, warum das CIR der AEK Bank so niedrig ausfällt. Diese Arbeit soll hierzu Abhilfe schaffen.

1.2 Forschungsfrage und Abgrenzung

Die Arbeit soll in einem ersten Schritt anhand der Data Envelopment Analysis (DEA) die technische Effizienz der AEK Bank im Vergleich mit 71 Schweizer Banken über den Zeitraum 2021 bis 2025 messen. In einem nächsten Schritt werden zunächst eine Pooled Regression und anschliessend ein Panelmodell (PLM) geschätzt, wobei bank- und jahresspezifische Fixed-Effects berücksichtigt werden.

 Dabei lautet die zu beantwortende Forschungsfrage: Lässt sich der CIR-Vorsprung der AEK Bank durch überlegene technische Effizienz erklären, und bleibt dieser Zusammenhang bestehen, wenn bank- und jahresspezifische Fixed-Effects berücksichtigt werden?

 Zwei sekundäre Ziele der Arbeit sind es zum einen, die Ergebnisse der DEA, der POLS und der PLM mit einem Snapshot aus dem Jahr 2015 zu vergleichen und zum anderen einen mittelfristigen Ausblick für die Veränderung des CIR und die technische Effizienz der AEK Bank zu entwickeln. Das Jahr 2015 wurde als Referenzjahr gewählt, da es einen Abstand von zehn Jahren zum Ende des Hauptanalysezeitraums aufweist.

 Die Arbeit fokussiert sich auf die DEA-Methode, die eine nicht parametrische Methode ist. Parametrische Methoden wie die Stochastic Frontier Analysis (SFA) werden aufgrund der fehlenden Daten nicht behandelt. Zudem beschränkt sich die Peergroup auf physische Schweizer Banken, die von der AEK Bank vorgegeben wurden. Onlinebanken wurden aufgrund der nichtzugänglichen Daten ausgeschlossen. Der Zeitraum für die Analyse umfasst die Jahre 2021 bis 2025, sowie das Jahr 2015. Die Analyse besteht zum grössten Teil aus quantitativen Daten. Einzig beim Ausblick wurden teilweise qualitative Daten verwendet.

1.3 Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Ergebnisse in der POLS zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen der DEA und dem CIR. Sobald aber Banken- und Jahres-Fixed-Effects in Betracht gezogen werden, verliert der Zusammenhang die Signifikanz. Die AEK Bank erzielt im Jahr 2021 und 2022 einen DEA-Score von 0.922 respektive 0.9606 und in den Jahren 2023 bis 2025 einen DEA-Score von 1, was heisst, dass sich die AEK Bank in den letzten drei Jahren auf der Effizienzgrenze ihrer Peergroup bewegt. Die ergänzende Dekompositionsanalyse zeigt, dass der CIR-Vorsprung der AEK Bank vollständig durch eine tiefere Kostenbasis erklärt wird. Sowohl der Personal- als auch der Sachaufwand liegen relativ zur Bilanzsumme deutlich unter dem Peergroup-Durchschnitt. Ein Ertragsvorteil besteht hingegen nicht, weshalb der CIR-Vorsprung nicht das Ergebnis höherer Erträge ist, sondern einer konsequent tieferen Kostenstruktur.